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THEMENTOUR: Bienenkorbhochhaus, NEFF-Apartment-, Junior- und Bayer-Haus


Während unseres rund 2-stündigen Spaziergangs durch die Frankfurter Innenstadt tauchen wir ein in die Zeit des Wiederaufbaus nach den massiven Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkriegs.

 

Die ersten Hochhäuser der zweiten Generation entstanden in den Trümmern der kriegszerstörten Innenstadt: das Junior-Haus am Kaiserplatz von Wilhelm Berentzen 1951, das Bayer-Haus am Eschenheimer Tor von Karl und Stefan Blattner 1952, das Bienenkorbhaus an der Konstablerwache von Johannes Krahn 1954 sowie das NEFF Apartmenthaus in der Fahrgasse 26 von der Nassauischen Heimstätte in Zusammenarbeit mit dem Architekten Johannes Krahn 1956.

Zunächst ließ der Magistrat den Bau dieser ersten Nachkriegs-Wiederaufbau-Hochhäuser zu, wenn diese sich in den Generalfluchtlinienplan von 1948 organisch einfügten. Doch die rasant steigende Zahl von Hochhausbauten veranlasste die Stadtverwaltung dazu 1953 einen ersten Hochhausplan erarbeiten zu lassen. Die Idee war, die Innenstadt frei von Hochhäusern zu halten, um nicht in Konkurrenz zum 95 Meter hohen Kaiserdom zu treten und stattdessen Hochhäuser mit bis zu zehn Geschossen ringförmig entlang der parkähnlichen Wallanlagen (1806–1812 von Jakob Guiolett und Sebastian Rinz angelegt) sowie an Stadteingängen, Brückenköpfen und markanten Plätzen zuzulassen. Bis 1960/65 sind so rund 50 Hochhäuser mit mindestens acht Geschossen entstanden, von denen heute allerdings schon lange nicht mehr alle existieren.

Wir starten am zentralen Platz der Konstablerwache, mit der Chance sich vor der Tour auf dem Wochenmarkt zu versorgen.

Die westliche Platzwand der Konstablerwache wird seit 1954 vom Bienenkorbhochhaus besetzt – als städtebauliches Tor zur Zeil. Johannes Krahn plante den Büroturm nach den gleichen Prinzipien, mit denen Skidmore, Owings und Merrill nur zwei Jahre zuvor mit ihrem New Yorker Lever House (1952) für Aufsehen gesorgt hatten: Ein schlankes Hochhaus schwebend über einen gläsernen Sockel zu stellen. Nicht ganz so hoch und transparent wie das New Yorker Vorbild, gehörte das Bienenkorbhaus dennoch mit 43 Metern und 12 Geschossen zu den höchsten Gebäuden seiner Zeit in Frankfurt.

In Verlängerung der Fahrgasse, an zentraler Stelle im Kreuzungsbereich der bereits 1906–1908 durchbrochenen Braubachstraße und der direkt nach dem Krieg angelegten Ost-West-Verbindung der autogerechten Berliner Straße, entstand  das erste Wohnhochhaus Frankfurts. Mit neuartigen Kleinstwohnungen wollte man zur Belebung der Altstadt beitragen und eine Antwort auf den strukturellen Wandel hin zu einer modernen Großstadt geben.

Das Junior-Haus war eines der ersten Hochhäuser, das sich gleichsam mit großer Symbolkraft aus den Trümmern der Altstadt erhob: Das spiralförmig nach oben gewundene Treppenhaus und die beiden flankierenden Muschelkalkwände, die ursprünglich als Werbeflächen dienten, stehen Pate für den Wiederaufbau und den Fortschrittsglauben. An den ehemaligen Salon und Verkaufsraum von Mercedes (bis 2009) erinnert noch der Markenstern auf dem Dach.

Gegenüber vom spätmittelalterlichen Eschenheimer Stadttor baute der Konzern Bayer-Leverkusen Anfang der 1950er Jahre einen der ersten großen Verwaltungsbauten im Stil der Nachkriegsmoderne. Als achtgeschossiger, streng gerasterter Skelettbau mit Muschelkalkfassade und
weit auskragendem Flugdach ist das Bayer-Haus eines der wenigen Gebäude, die dem ersten Hochhausplan folgend entlang der Wallanlagen errichtet wurden. Dank denkmalgerechtem Umbau zu einem Fleming’s Selection Hotel [Giesecke & Giesecke Architekten, 2008/2014] ist das Gebäude in weiten Teilen erhalten.

Zum Abschluss der Tour nehmen wir entweder den historischen Paternoster oder moderne Aufzug ins obersten Geschoss, um von der Dachterrasse des Restaurants und der Kaffee-Bar die heutige Skyline mit der der 1950er Jahre zu vergleichen.

Infos
Datum: Sa, 8. Februar 2020, 14:00 – 16:00 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden
Teilnehmerbeitrag: € 20/ Teilnehmer


Treffpunkt: 10 Minuten vor Führungsbeginn vor dem Bienenkorbhochhaus, Zeil 65–69

Anmelde- und Teilnahmebedingungen

  • Tickets können bis zu 72 Stunden vor der Veranstaltung auf eine andere Person übertragen oder storniert werden.
  • Die Tour findet statt bei einer Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen und kann bis zu einer max. Gruppengröße von 25 Teilnehmern gebucht werden.
  • Wenn die Tour im begründeten Ausnahmefall nicht durchgeführt werden kann, wird Ihnen der Teilnahmebetrag selbstverständlich in voller Höhe zurück erstattet. Wir benachrichtigen Sie in diesem Fall mindestens 90 Minuten vor der Tour per SMS, weshalb wir um die Angabe einer Handynummer bei der Anmeldung bitten.
  • In der Regel findet die Tour unabhängig vom Wetter statt - deshalb kleiden Sie sich bitte passend und bringen ggf. Regenjacke und/ oder Regenschirm mit!
  • Für diese Tour gilt keine Altersbegrenzung.
  • Diese Tour ist Rollstuhl- und/oder Kinderwagen-gerecht.
  • Bitte kommen Sie 10 Minuten vor Tour-Beginn zum angegebenen Treffpunkt und bringen Ihre Buchungsbestätigung ausgedruckt oder auf dem Handy mit.

 

Rückfragen an: anmeldung@architour.de


In Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum: www.dam-online.de/Veranstaltungen