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THEMENTOUR: Westend Gate/ Mariott-Hochhaus mit dem Architekten Malte Just von JustBurgeff


Lernen Sie mit uns, wie Frankfurt sich in den 1960er und 1970er Jahren innerhalb kürzester Zeit zur bundesdeutschen Finanzmetropole entwickelte und welche Folgen der Bauboom auf das Image der Stadt hatte.

Zwischen 1965 und 1977 errichteten zahlreiche Versicherungsunternehmen und Banken ihre Zentralen im Westend sowie entlang der Taunusanlage – den innerstädtischen Arealen, die die städtischen Vertreter 1962 als Verdichtungszonen ausgewiesen hatten. Private Investoren sahen ihre Chance, große Gewinne zu erzielen und spekulierten mit den Grundstücken und entstehenden Büroflächen. Ohne vorausgegangene Wettbewerbe entstanden wenig ambitionierte ›Hochhauskisten‹, die Peter Cook, Architekt und Leiter der Architekturklasse an der Städelschule zwischen 1984 und 2002, als Symbole für Gier, Einfallslosigkeit und urbanes Desinteresse bezeichnete. Dort, wo gebaut wurde, fand massive Verdrängung statt. Das soziale Gefüge in den betroffenen Vierteln wurde nachhaltig gestört. Bauherren, Stadtplaner und Architekten hatten durch ausschließlich gewinnorientiertes und oft rücksichtsloses Bauen Widerstand hervorgerufen und die zwischen 1965 und 1977 fertiggestellten Hochhäuser wurden zu Symbolen der negativen, auch die demokratisch gewählten Organe der Stadt beherrschenden Macht des Kapitals. In jenen Jahren galt die Stadt, insbesondere was Städtebau und Stadtentwicklung betraf, als unregierbar und geriet in eine Identitätskrise. Frankfurt war die verrufenste Stadt Westdeutschlands. 1970 kam es zu den ersten Hausbesetzungen und die Presse titulierte mit den wenig schmeichelhaften Namensschöpfungen Bankfurt, Junkfurt und Krankfurt.

Mit dem zwischen 1972 und 1976 errichteten 159 Meter hohen Westend Gate (ehemals Plaza Büro Center oder PBC) von Siegfried Hoyer gelang es Frankfurt, sich an die Spitze der europäischen
Hochhausstandorte zu setzen. Weithin sichtbar an Frankfurts westlicher Hauptverkehrsader
zwischen Messegelände und Westend gelegen, besteht das Ensemble aus drei versetzt zueinander stehenden, unterschiedlich hohen Hochhausscheiben. An den Schmalseiten fensterlos und hellbeige, war die Vorhangfassade an den Längsseiten ursprünglich geprägt von einer dunklen Sonnenschutzverglasung, eingefasst in braune Aluminiumprofile. Im Bewusstsein für den Pioniercharakter des Hochhauses gelang den Architekten Just/Burgeff und a3lab/Asterios Agkathidis zwischen 2009 und 2011 eine umfassende Revitalisierung des Hochhauskomplexes. Angefangen bei der Neugestaltung und skulpturalen Überdachung der Eingangssituation, über die optische und energetische Aufwertung der Fassade bis hin zum hochwertigen Innenausbau, der nach hohem Leerstand mittlerweile wieder vollständig vermieteten Büro- und Hoteletagen. Das Westend Gate hat in den vergangenen Jahren eine grundständige Transformation hin zu einem zeitgemäßen Erscheinungsbild erfahren, ohne den baulichen Ursprung der 1970er Jahre zu negieren.

Infos
Datum: Sa, 22. Februar 2020, 14:00 – 16:00 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden
Teilnehmerbeitrag: € 20/ Teilnehmer


Treffpunkt: 10 Minuten vor Führungsbeginn vor dem Eingang zum Westend Gate, Hamburger Allee 2–4

Anmelde- und Teilnahmebedingungen

  • Tickets können bis zu 72 Stunden vor der Veranstaltung auf eine andere Person übertragen oder storniert werden.
  • Die Tour findet statt bei einer Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen und kann bis zu einer max. Gruppengröße von 25 Teilnehmern gebucht werden.
  • Wenn die Tour im begründeten Ausnahmefall nicht durchgeführt werden kann, wird Ihnen der Teilnahmebetrag selbstverständlich in voller Höhe zurück erstattet. Wir benachrichtigen Sie in diesem Fall mindestens 90 Minuten vor der Tour per SMS, weshalb wir um die Angabe einer Handynummer bei der Anmeldung bitten.
  • In der Regel findet die Tour unabhängig vom Wetter statt - deshalb kleiden Sie sich bitte passend und bringen ggf. Regenjacke und/ oder Regenschirm mit!
  • Für diese Tour gilt keine Altersbegrenzung.
  • Diese Tour ist nur bedingt Rollstuhl- und/oder Kinderwagen-gerecht.
  • Bitte kommen Sie 10 Minuten vor Tour-Beginn zum angegebenen Treffpunkt und bringen Ihre Buchungsbestätigung ausgedruckt oder auf dem Handy mit.

Rückfragen an: anmeldung@architour.de

In Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum DAM: www.dam-online.de/Veranstaltungen