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THEMENTOUR: Besichtigung des Silver Towers

Nach dieser Tour wissen Sie, wie Frankfurt es schafft sich immer wieder neu zu erfinden und welche Effekte eine attraktive Skyline und auch eine Neue Altstadt auf Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Tourismus haben.


Nach den verfehlten Versuchen, die Hochhausplanung dynamisch in die Stadtentwicklung zu integrieren sowie den gesellschaftlichen Verwerfungen infolge der Verdrängung, die in den Häuserkämpfen der 1970er Jahre gipfelte, ging es in den Folgejahren um die Versöhnung der Politik
mit den bürgerlichen Schichten. Gleichzeitig wurde es immer wichtiger, die Stadt im globaler werdenden Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte zu positionieren. Hatte man in den vorausgegangenen Jahren alles daran gesetzt, Frankfurt als Arbeits- und Handelsplatz auszubauen, galt die Aufmerksamkeit nun dem Stadtbild und der Herausforderung, Frankfurt für Gäste und Bewohner gleichermaßen attraktiv und lebenswert zu gestalten. In der Stadt wurden weiterhin Hochhäuser gebaut, doch sahen diese nun anders aus: höher und prägnanter. Bauten wie der Silver Tower der Dresdner Bank und die spiegelverglasten Doppeltürme der Deutschen Bank trugen zur Identitätsbildung Frankfurts bei. Die Stadt war dabei, sich wieder des baulichen und kulturellen Erbes zu besinnen.

Der Bau des Dresdner Bank Turms [ABB Architekten Beckert Becker & Partner Scheid, 1978] der heute allgemein unter dem Namen Silberturm oder Silver Tower bekannt ist, kann als Wendepunkt der Frankfurter Hochhausentwicklung betrachtet werden. Die gestalterisch-architektonische Abwendung von den wenig geliebten, durch den Internationalen Stil geprägten ›gesichtslosen Kisten‹ der Wiederaufbau und Wirtschaftswunderjahre, befriedete einerseits Stadtregierung und Bevölkerung und ermächtigte andererseits Unternehmen, weithin sichtbare symbolträchtige Bauten zu realisieren. Der futuristische und in der Sonne matt glänzende Silver Tower wurde zum neuen Statussymbol einer modernen Bank inmitten des gründerzeitlichen Bahnhofsviertels und im Kontrast zu den dunkleren Nachbarn wie dem City-Haus. Die äußere Form des aluminiumverkleideten Turms mit abgerundeten Ecken und ausgestanzten Fenstern fand auch eine innere Entsprechung im Corporate Design der Dresdner Bank. Zusammen mit dem Designer Otl Aicher entwickelten die Architekten von ABB eine lichtdurchflutete Schalterhalle im Erdgeschoss sowie offene Bürolandschaften mit Arbeitsinseln und flexiblen Möbelsystemen für die Großraumbüros der darüber liegenden Etagen. Auch wenn die originäre Innenarchitektur der 1970er Jahre im Rahmen der notwendigen Umbaumaßnahmen und energetischen Sanierungen zwischen 2009 und 2011 größtenteils gegen moderne Variationen ausgewechselt wurde, blieb doch die Grundstruktur und der Charakter des Gebäudes erhalten. Einzig das Mitarbeiter-Schwimmbad im 31. Geschoss, das als brandschutzrechtlich gefordertes Wasserreservoir entstand, wurde aufgegeben und stattdessen ein Konferenzraum für die neuen Nutzer, die Deutsche Bahn Netz AG, eingebaut. Der nach dem ermordeten Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, benannte Platz vor dem Hochhaus wurde durch den Bildhauer Heinz Mack mit einem großen runden Brunnenbecken, einer Wasserwand und einem Granitkeil gestaltet.

Infos
Datum: Sa, 22. Februar 2020, 11:00 – 13:00 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden
Teilnehmerbeitrag: € 20/ Teilnehmer
Treffpunkt: 10 Minuten vor Führungsbeginn in der Eingangshalle des Silver Tower, Jürgen-Ponto-Platz 1

Anmelde- und Teilnahmebedingungen

  • Tickets können bis zu 72 Stunden vor der Veranstaltung auf eine andere Person übertragen oder storniert werden.
  • Die Tour findet statt bei einer Mindestteilnehmerzahl von 8 Personen und kann bis zu einer max. Gruppengröße von 25 Teilnehmern gebucht werden.
  • Wenn die Tour im begründeten Ausnahmefall nicht durchgeführt werden kann, wird Ihnen der Teilnahmebetrag selbstverständlich in voller Höhe zurück erstattet. Wir benachrichtigen Sie in diesem Fall mindestens 90 Minuten vor der Tour per SMS, weshalb wir um die Angabe einer Handynummer bei der Anmeldung bitten.
  • In der Regel findet die Tour unabhängig vom Wetter statt - deshalb kleiden Sie sich bitte passend und bringen ggf. Regenjacke und/ oder Regenschirm mit!
  • Für diese Tour gilt keine Altersbegrenzung.
  • Diese Tour ist nur bedingt Rollstuhl- und/oder Kinderwagen-gerecht.
  • Bitte kommen Sie 10 Minuten vor Tour-Beginn zum angegebenen Treffpunkt und bringen Ihre Buchungsbestätigung ausgedruckt oder auf dem Handy mit.

 

Rückfragen an: anmeldung@architour.de


In Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum DAM: www.dam-online.de/Veranstaltungen